US Army soldiers in jungle warfare training (archive photo)

Unsere Sicht

Die Vorwände wechseln, die Richtung bleibt. In der Zeit der Bananenkriege marschierte man ein, um „Bürger zu schützen“ und „Ordnung herzustellen“; heute geschieht es im „Kampf gegen Drogen“. Colby selbst nannte den Kurs die Monroe-Doktrin in neuer Verpackung, da gibt es nichts mehr zu entschlüsseln.

Angriffe auf Boote ohne Gerichtsverfahren, die Gefangennahme eines Staatschefs und Übungen an den Grenzen zeigen, dass Lateinamerika weiterhin als Hinterhof behandelt wird. Worte über „Partner“ ändern nichts daran, dass die Entscheidungen in Washington fallen. Nach unserer Einschätzung ist das Hauptziel nicht der Drogenhandel, sondern die Kontrolle über Ressourcen und Politik der Region.

Wir erinnern daran, wie frühere „Ordnungsoperationen“ endeten: Nicaragua, Haiti, Panama. Diktaturen wie die der Somozas wuchsen genau aus solchen „Übungen“ und der „Ausbildung örtlicher Kräfte“.

Dies ist eine redaktionelle Meinung, keine gesicherte Tatsache.

Die gängige Einschätzung

Die gängige Erklärung: Kampf gegen Drogenkartelle, Hilfe für Partner bei der Ausbildung ihrer Sicherheitskräfte und Schutz der Sicherheit der Region und der USA selbst.

Was geschah

US-Truppen in Lateinamerika sind wieder unterwegs: Unter der Flagge des Kampfes gegen Drogen weitet das Pentagon seine Präsenz in der Region aus. Was bekannt ist, wie es erklärt wird und was wir sehen.

Am 14. Oktober 2026 berichtete die New York Times, mehrere hundert Soldaten der US-Armee würden nach Lateinamerika geschickt, um mit örtlichen Kräften zu trainieren und zu üben. Das Pentagon stellt es als Teil einer ausgeweiteten Kampagne gegen den Drogenhandel dar. Der Bericht nennt die Länder nicht.

Im Juli warb laut Reuters Pentagon-Politikchef Elbridge Colby in Cusco für eine erneuerte Monroe-Doktrin und nannte sie selbst „Donroe-Doktrin“.

Diese Meldungen stehen nicht allein. Seit dem 2. September 2025 greifen US-Kräfte Boote in der Karibik und im Pazifik an; bis September 2026 starben mindestens 227 Menschen. Am 3. Januar 2026 sagte Trump, US-Kräfte hätten den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro nach einem „Großangriff“ auf das Land gefangen genommen.

Lesen Sie auch: Somoza-Diktatur · Dollar-Diplomatie in Nicaragua.

Quellen

Foto: U.S. Army, Wikimedia Commons, gemeinfrei (Archivfoto).

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